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Der Internationale Literaturpreis des Haus der Kulturen der Welt 2013 geht dieses Jahr an den afro-amerikanischen Autor Teju Cole für seinen Roman Open City und an Christine Richter‐Nilsson für die deutsche Übersetzung.

Die Jury begründet ihre Wahl wie folgt:

Teju Cole ist mit Open City ein überragendes Erzähldebüt gelungen. Der in den USA lebende, aus Nigeria stammende „Afropolitan“* schickt seinen Romanhelden Julius in New York auf den Weg der Selbstfindung: Die Topographie Manhattans abschreitend, rekapituliert er Stationen seines Lebens. Während dieser Wanderungen öffnet sich die Stadt als Buch, das wie ein Palimpsest aus vielen Schichten besteht. Aspekte der Gewalt und Multikulturalität sowie Anleihen aus Literatur und Philosophie umkreisen die Frage nach der Möglichkeit friedlichen Zusammenlebens in der Differenz. Coles detailgenaue, rhythmisierte Prosa erzeugt einen Sog, der den Leser mitnimmt und überzeugt. Sein Buch besticht durch den existenziellen Ernst und die Wahrhaftigkeit des Erzählers, der jenseits kultureller Klischees wie ein Medium die Konflikte der globalisierten Welt registriert.

Christine Richter‐Nilssons Übersetzung fängt die Musikalität des Romans, die sich überlagernden Stimmen und Stimmungen des Großstadtflaneurs mit sprachlicher Eleganz ein.

Der Preis wurde dieses Jahr zum fünften Mal vergeben, 2010 erhielt ihn die französische Autorin Maire NDiaye für ihren Roman „Trois Femmes Puissantes“ („Drei Starke Frauen“, übersetzt von Claudia Kalscheuer).

Der Internationale Literaturpreis des HDK soll die Aufmerksamkeit auf die Vielstimmigkeit weltweiten literarischen Schaffens lenken. Zugleich würdigt er die Vermittlungsarbeit des Übersetzens im Feld der globalen literarischen Produktionen. Der Preis ist mit 25.000 Euro für den Autor und 10.000 Euro für die Übersetzerin dotiert.

Am 12. Juni wird die Preisverleihung zur „Langen Nacht der Shortlist“ im Haus der Kulturen der Welt:

An einer langen Tafel auf der Dachterrasse lädt das HKW zu Lesungen, Gesprächen und Reflexionen von und mit den nominierten Autoren und Übersetzern sowie den Jurymitgliedern.

Von 18:30 bis 21:00 werden alle nominierten Autor_innen aus ihren Werken lesen, um 21:00 liest Teju Cole dann aus Open City.

* der Begriff wurde von Taiye Selasi in dem Essay „Bye-Bye, Babar (oder: What is an Afropolitan?)“ geprägt.

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