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Heute vor 50 Jahren, am 25. Mai 1963, wurde die Organization of African Unity (OAU) gegründet. Sie ist die Vorgängerorganisation zur heutigen African Union (AU). Alle dreißig Länder, die zu dem Zeitpunkt unabhängig waren (Südafrika aufgrund des Apartheid-Regimes nicht als unabhängig gezählt), waren dabei. Mitten im Kalten Krieg, wo USA und UdSSR auch immer versuchten verschiedene afrikanische Länder zu vereinnahmen, sollte diese Organisation der Spaltung des Kontinents entgegenwirken.

Die Deutsche Welle hat zum heutigen Jubiläum eine Chronologie der letzten 50 Jahre OAU und einige ausgewählte Highlights zusammengestellt. Bei der südafrikanischen Zeitung Mail & Guardian gibt es Informartionen zu den Feierlichkeiten zum ausgerufenen „Africa Day“. Beim britischen Guardian schrieb schon vor zwei Tagen der Ngugi wa Thiong’o über die Gründung, die Ideale und was davon übrig blieb. Er endet:

Does that mean the AU is not necessary? It is better to have a skeleton of a union than no union at all. The skeleton brings memories of a breath of life, but also dreams of a resurrection. For the sake of the people of Africa a strong, democratic African Union is needed today as much as it was 50 years ago. Despite its failures and weaknesses, the AU keeps the dream alive. And as Victor Hugo once put it: there is nothing like a dream to create the future.

Ein Blick auf deutsche Mainstream-Medien lässt derweil nichts erahnen von diesem wichtigen Jubiläum. (Das Champions-League-Finale scheint aber auch alle Themen zu stechen.) Und was passiert ansonsten in Deutschland? Da begeht heute Niebel den von ihm ins Leben gerufene Deutschen Entwicklungstag. Eine perfekte Wahlkampfbühne und ein toller Ort Sterotype über Afrika zu re_produzieren. Vielleicht so wie in der letzten Kampagne des BMZ? Gegen diese veröffentlichten heute AfricAvenir International, Berlin Postkolonial und Tanzania-Network (unterstützt von der ISD) eine PM.  Darin heißt es in einem Zitat von Lawrence Oduro-Sarpong :

Die Bundesregierung reduziert einen Kontinent mit über 1 Milliarde Menschen auf einen Nationalpark für wilde Tiere. Damit knüpft sie nahtlos an den in der Kolonialzeit konstruierten Gegensatz von europäischer „Kultur“ und „Zivilisation“ vs. afrikanischer „Natur“ und „Wildnis“ an. Von einer Wertschätzung afrikanischer Menschen und Kulturen, von der immer wieder postulierten „Partnerschaft auf Augenhöhe“ ist das Ministerium offenbar noch meilenweit entfernt.

Und auch der Afrika-Rat veröffentlichte eine Stellungnahme zu der Kampagne und zog noch einmal konkret die Verbindung zum heutigen Jubiläum:

Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem in aller Welt das 50-jährige Bestehens der Afrikanischen Einheit gefeiert wird, hat das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entschieden, den Schwerpunkt nicht auf die Würde der in der Befreiungsbewegung und in den Entwicklungsprozessen aktiv involvierten Afrikaner/innen auf dem Kontinent und in der Diaspora zu legen, sondern unreflektiert sich selbst und andere Akteure zu feiern.

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