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Pünktlich zur ersten WM überhaupt in Afrika, rückt der Gastgeber Südafrika (Bafana Bafana!) in vielen Feldern in den Fokus. So beschäftigen sich zwei große, deutsche Kunstmagazin in ihren Juniausgaben in der Titelgeschichte mit zeitgenössischer, südafrikanischer Kunst. Hier will ich beide Artikel miteinander vergleichen. Ich bin leider (noch?) kein großer Kunstkenner und werde darum einfach meine ersten Eindrücke aufschreiben. Außerdem wird es hier Tipps geben, wo man zur Zeit in Deutschland (süd)afrikanische Kunst betrachten kann!

Die Magazine

art – Das Kunstmagazin

Das Magazin erscheint monatlich mit einer Auflage von 66.000 Heften beim Gruner + Jahr Verlag. Der Schwerpunkt, des 1979 gegründeten Magazins,  liegt auf zeitgenössischer Kunst. Die Hefte beschäftigen sich mit Malerei, Architektur, Installationen, Fotografie und vielen anderen Facetten von Kunst. Eine Ausgabe kostet im normalen Verkauf 8,50€. Die Juni-Ausgabe hat 148 Seiten.

Die Homepage findet man hier.

monopol – MAGAZIN FÜR KUNST UND LEBEN

monopol ist das jüngere Magazin. Es wurde erst 2004 gegründet und 2009 nochmal gerelauncht. Es erscheint ebenfalls monatlich, aber nur in einer Auflage von 35.000 Exemplaren. Inhaltlich sind die Schwerpunkte ähnlich wie im art-Magazin, ergänzt durch Mode, Literatur und Film. Die Ausgabe kostet 7,50€. Die Juni-Ausgabe hat 146 Seiten.

Hier ist die Homepage.

Die Titelbilder

art: Frau in blau

Das Cover zeigt einen Ausschnitt aus „Obechukwu Nwoye. Enugu, Nigeria“ von Pieter Hugo. Dieser ist ein südafrikanischer Fotograf und könnte vielen bekannt sein durch seine Fotos der nigerianischen „Hyänenmänner“. Seine Werke werden weltweit ausgestellt.

Auf dem Cover ist eine sitzende Frau zu sehen. Sie trägt ein Oberteil im Matrosen-Stil und eine Mütze der Bundesmarine. Dazu trägt sie eher mondäne Accessoires: eine weiße Perlenekette und Ohrringe. Die Lippen sind dunkelrot angemalt, aber ebenfalls sind unter den Augen rote Streifen, welche sie blutunterlaufen wirken lassen. Das Gesicht wirkt wie leicht weiß gepudert. In der linken Hand hält die Frau eine Zigarette. Der Rauch zieht durch die Hälfte des Bildes. Der Blick der Frau und auch das Bild wirkt auf mich mindestens melancholisch, wenn nicht sogar traurig.

monopol: Frau in gelb

Das Cover schmückt eine Arbeit von Nontsikelelo Veleko: „Beauty is in the Eye of the Beholder: Nonkululeko“. Auch sie ist Fotografin und hat bereits unter anderem in Japan, USA und Frankreich ausgestellt.

Auch bei monopol befindet sich also eine Fotografie auf dem Cover, welches eine Frau zeigt. Diese steht hier in gelben Tshirt, Hose mit Army-Print, knallroter Strumpfhose und weißen Schuhen. Sie hält eine Handtasche mit Coca Cola Print in ihrer linken Hand. Der Hintergrund sind hellblaue Fliesen. Die Frau guckt selbstbewusst. Pose und Outfit erinnern an ein Modemagazin.

Die Artikel

art: „Schwarz, weiß und alle Farben“

Der Beitrag in art umfasst 14 Seiten. Im Teaser wird ein Einblick in die Szene Südafrika versprochen, dann aber doch auf Kapstadt und Johannesburg beschränkt. Auf 11 Seiten werden mit großen Fotos bebildert 6 Künstler_Innen (Pieter Hugo, Zander Blom, Nicholas Hlobo, Kudzani Chiurai, Mikhael Subotzky und Nandipha Mntambo ) vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf den Bildern in kleinen Texten werden dann die Eckdaten und -infos zu den Künstler_Innen genannt.

Der eigentliche Artikel ist dann nur 3 Seiten lang. Dort werden die Begegnungen mit den 6 bereits vorgestellten Künstler_Innen beschrieben. Viele neue Erkenntnisse bringt dann der Text nicht mehr. Die Künstler_Innen sind mit einigen Statements vertreten zu der aktuellen Kunstlage in Südafrika und zu den wichtigen Themen in ihrer Kunst.

Fazit des Artikels: „Die Kombination aus dem ausgeprägten Bewusstsein der Künstler für die brisante Vergangenheit des Landes und ihren persönlichen Erfahrungen, macht Südafrikas junge Kunst einzigartig.“

monopol: „Status Jo“

Der Beitrag in monopol ist ebenfalls 14 Seiten lang, verfolgt aber einen anderen Ansatz. monopol präsentiert eine Reportage aus der Kunstszene Johannesburgs illustriert mit einer Vielzahl von Bildern. Vorgestellt werden hier folgende Künstler_Innen: Willem Boshoff, Zanele Muholi, Nicholas Hlobo, Mary Sibande und Tracy Rose.

Die Reportage beschreibt eindringlich die Begegnungen und Beweggründe der verschiedenen Künstler_Innen. Außerdem wird der Wandel des Kunstmarktes in Südafrika beschrieben und die Hintergründe der Postapartheitszeit. Hier wird ohne Klisches und Vorurteile zu bedienen über Rassismus geschrieben und Südafrika-spezifische Dinge erläutert.

Der Artikel endet mit einem Zitat von der Aktionskünstlerin Tracy Rose:“Es geht los, wenn wir es wollen. Wir dürfen nicht warten, dass jemand vorbeikommt und zum Beispiel eine Biennale startet. Wir sollten doch wissen, wie man Dinge aufzieht. Auch der ANC* hat bei null angefangen. “

* ANC: African National Congress, Befreiungsbewegungen und heute Regierungspartei Südafrikas

Ausstellungstipps

„Who knows tomorrow?“ in Berlin vom 4.6. bis 26.9. (Tipp von art)

„Habari Afrika! Schönheit und Schrecken in der traditionellen und zeitgenössischen Kunst Afrikas“ in Osnabrück vom 11.6 bis 25.7. (Tipp von art)

„Ampersand“ in Berlin vom 10.6. bis 10.10. (Tipp von art und monopol)

Fazit

Obwohl der Beitrag in art eine Reihe von Künstlern vorstellt (sogar eine_n mehr), hat man nach dem Lesen des monopol-Beitrages eher das Gefühl etwas über zeitgenössische Kunst in Südafrika verstanden zu haben. Darüberhinaus möchte ich die Sprachwahl des monopol-Artikels loben, endlich mal ein Beitrag in den deutschen Medien, der auch in viel Text ohne die vorbelasteten Begriffe „Stamm“, „Häuptling“ etc. auskommt.

Zum Weiterlesen

Auf Zeit Online findet sich ein längerer Artikel von Bartholomäus Grill zu „Who knows tomorrow“, wo die ausgestellten Werke/ Installationen gut erklärt werden.

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