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Wie wird über Migration gesprochen? Welche Themen werden häufig genannt? In einem Video von Sowjanya Kudva in Zusammenarbeit mit Southerners On New Ground (SONG) sprechen sechs queere Personen of Color über ihre Gedanken zu Migration, Grenzen und Staatsbürger_innenschaft in den USA. (Unter dem Video findet ihr Übersetzungsversuche ins Deutsche von mir:)

1. Person: „Ich bin als internationale Student_in aus Kamerun mit einem Student_innen-Visa in dieses Land gekommen. Mit dem Abschluss sah ich mich mit der Frage konfrontiert, ob ich zurück nach Kamerun gehe, wo es illegal ist homosexuell zu sein, oder ob ich hier bleibe und eine „Undokumentierte“ werde. Offensichtlich habe ich beschlossen hier zu bleiben. Das war eine sehr stressige und beängstigende Zeit in meinem Leben, auch weil ich nicht wusste, wie ich den Prozess Staatsbürger_in zu werden angehen muss. Und als ich dann Staatsbürger_in wurde, hat dies auch nicht alles gelöst. Es gibt so diese Vorstellung, dass Staatsbürger_innenschaft die Antwort auf alles ist. Aber dem ist nicht so, denn ich bin immer noch eine Schwarze homosexuelle Frau und ich bin immer noch eine Person, die sich als maskulin identifizierte Frau präsentiert. Ich bin also täglich mit Rassismus konfrontiert, ich bin konfrontiert mit Homophobie und Diskriminierung aufgrund von Gender. Und das ist auch der Grund, warum ich über Migration sprechen möchte. Staatsbürger_innenschaft ist nicht die Antwort auf alles, we müssen auf alle Themen sozialer Gerechtigkeit gucken und wie diese uns alle individuell betreffen.“

2. Person: „Als indigene Person ist mir klar, dass Grenzen bis zur Kolonisation nicht vorhanden waren. Und als uns dann Grenzen aufgezwungen wurden, haben wir dies internalisiert. Wir haben Gesetze geschaffen, die physische Grenzen bestättigen und wir haben Mentalitäten geschaffen, wir haben Einstellungen erschaffen, wir haben Positionen erschaffen hinsichtlich dieser Gesetzgebungen, die diese Grenzen in uns selbst bestättigen. Dies kann dazu führen, dass wir uns von allen anderen entfremden. Es verhindert, dass wir die Menschlichkeit in anderen sehen.“

3. Person: „Ich sehe, wie die Regierung versucht Migration zu rahmen. Sie sprechen nicht einmal von einer Bewegung, sondern einem Problem, von Kriminellen in unserem Land, von „illegalen Menschen“ und sie versuchen es zu einer Sache „südlich der Grenze“, nicht etwa „nördlich der Grenze“ zu machen. Es ist keine weiße Angelegenheit, sondern ein brown thing, eine Schwarze Angelegenheit. Sie wollen aber auch nicht, dass Schwarze Menschen Teil einer brown solidarity sind. Historisch wurden Gesetze gegen uns gemacht und hier sehe ich jetzt, wie Gesetze zu Migration gegen unsere brown Brüder und Schwestern gemacht werden. Und hier in diesem Land, sagen Leute, dass diese „illegal“ sind. Ich meine, was soll das eigentlich heißen? Sie sind Menschen. Wir haben uns selbst von unseren migratisierten Vergangenheiten abgekoppelt. Was kann ich als einzelne Person da machen? Ich kann anderen sagen: Vergess den Hype, bleib solidarisch mit deinen brown Brüdern und Schwestern und hoffentlich finden wir den Frieden in uns allen um alle Person als menschlich wahrzunehmen.“

4. Person: „Wenn ich darüber nachdenke, wie Queer-Rechte und Migrationsrechte zusammenhängen, dann gehe ich zurück ins Jahr 2003. Ich denke, wir erinnern uns alle daran, wie George W. Bush uns sagte, dass es im Irak Massenvernichtungswaffen gebe und diese seien eine Bedrohung für den American way of life. Heute wissen wir, und selbst George Bush sagt dies, dass diese Waffen nicht existiert haben. Geblieben als Folgen dieser riesigen Lüge sind geschätzt über eine Million toter Irakis und eine sehr kleine Zahl von geflüchteten Irakis, denen die Einreise in die USA gewährt wurde. Aber was hat es eigentlich bedeutet die Staatsbürger_innenschaft [der USA] zu haben, wenn dein gesammtes Land zerstört wird und du in jenem Land bist, welches die Zerstörung verursacht? Ich glaube als queere Menschen und als queere Migrant_innen und als queere PoC in den USA lebend, entweder im Exil von unseren Familien oder im Exil von unseren Heimatländern, ist es hinsichtlich sich weiterentwicklender Migrant_innen-Rechts-Kämpfen wichtig , dass wir darüber nachdenken, dass Staatsbürger_innenschaft oberflächlich einige Priviligien und Annehmlichkeiten bedeuten kann, aber dass sie nicht notwendigerweise Befreiung bedeutet und das ist es doch, wofür wir kämpfen.“

5. Person: „Diese Arbeit ist sehr komplex für mich.Ich bin keine Migrant_in, aber ich bin direkt betroffen von Migrant_innenfeindlichen Stimmungen und Anti-MIgrant_innen-Gesetzen. Ich sehe die Verbindung zu dieser Bewegung durch mein Leben und Lieben. Unsere beiden Gemeinschaften, die Schwarzer Menschen und Migrant_innen, sind betroffen von übermäßigen Kontrollen und Racial Profiling und gerade darin sehe ich eine sehr starke Verbindung. Jedes Mal, wenn Anti-MIgrant_innen-Gesetze in Kraft treten, heißt das, dass es für Leute wie mich und meine Community viel härter wird. Ich mache diese Arbeit, weil mein_e lover Migrant_in ist und wir gemeinsam eine Familie aufgebaut haben, wo es unterschiedliche (Migrantions)Statuse gibt. Es ist unser Alltag uns damit auseinanderzusetzen, was es heißt, wenn der Anruf aus Arizona kommt. Ich mache diese Arbeit, weil ich mich weigere in einer Stadt, einer Nation, einem Staat zu leben, der solche Gesetze und diese Stimmungen, die überall zu finden sind und bestärkt werden, zulässt. Ich mache diese Arbeit, weil ich Menschen liebe, weil ich Menschlichkeit liebe. Und ich mache diese Arbeit, weil ich möchte, dass wir frei sind, so dass jede_r einzelne von uns leben und lieben kann, wie wir alle wollen.“

6. Person: „Die Verbindung zwischen Queer-Rechten und Migrationsrechten ist für mich eine Verbindung, die unsere Schicksale als Gemeinschaften, die beide nicht getrennt von einander sind, aber alle möglichen Gemeinschaften, welche für die Befreiung aller Menschen kämpfen, verflechtet. Ich denke, wir haben die Generationen-Aufgabe, die Art und Weise, wie wir über Migration und Migrationsgerechigkeit nachdenken, zu erweitern. Wir haben de Aufgabe das Migrationssystem zu verändern, ein System, welches immer das Bild von Staatsbürger_innenschaft durch Nähe zu Macht und Privilegien definiert hat. Und wir haben die Möglichkeit uns von den kolonialen Wurzeln und den Sklavereiwurzeln dieses Landes, welche immer die Rücken, Körper und die Existenz von PoC genutzt haben, um das aufzubauen, was heute die US sind, wegzubewegen. Wir haben die Generationen-Aufgabe nicht nur die Migrations-Debatte zu verändern, sondern eben auch jene Idee davon, was Staatsbüger_innenschaft für uns bedeutet. Wir haben die Pflicht für all unsere Befreiungsbewegungen zu kämpfen. Wir haben die Pflicht dafür zu kämpfen, dass racial justice die Realität für PoC in diesem Land ist. Wir haben die Pflicht dafür zu kämpfen, dass uns diese Migrationsdebatte nicht näher gen Assimilation bringt, vorallem für PoC. Wir haben die Pflicht unsere LGBT-Leute bei Migrationsreformen miteinzubeziehen, um sicher zu stellen, dass alle LGBT-Familien gleichen Zugang zu Migrationsgerechtigkeit haben, wie wir sie für den Rest unserer Community fordern. Wir haben die Pflicht, den Kampf weiterzuführen und der Kampf hat gerade erst angefangen!

via Colorlines

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