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Der zweite Festivaltag begann mit einer Lesung der nigerianisch-britischen Autorin Bernadine Evaristo und des südafrikanischen Romanciers Zakes Mda.

Bernadine Evaristo las aus ihrem 2008 erschienenen Roman Blonde Roots, indem sie die Geschichte des Transatlantischen Versklavungs“handels“ (Maafa) auf satirische Weise umdreht. In Blonde Roots sind Schwarzen Afrikaner_innen die Master und weißen Europäer_inner die Versklavten – „Welcome to a world turned upsiede down.“ Mit ihrem Buch möchte sie „die Nation herausfordern“, indem sie das Thema Versklavung anspricht und die Geschichte zersetzt und neu gestaltet. Großbritannien versteht sich – wie auch Deutschland – immer noch als weiße Nation mit einer weißen Geschichte. Diesem Mythos tritt Evaristo mit Blonde Roots entgegen.

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Bernadine Evaristo liest aus Blonde Roots

Zakes Mda las eine Passage aus seinem Werk Madonna of Excelsior (dt.: Die Madonna von Excelsior) von 2002. Der Roman spielt in Excelsior, einem Ort in Südafrika, in dem 1971 19 Menschen beschuldigt wurden gegen den „Immorality Act“ von 1927 verstoßen zu haben, der Sex zwischen Schwarzen und Weißen verbot. Jedes Kapitel beginnt mit der Beschreibung eines Bildes, dessen abgebildete Personen und Gegenstände sich verdinglichen und in die Handlung des Romans übergehen, in der Mda dem Leben von Niki, einer der Beschuldigten, und ihrer Kinder nachgeht.

Zakes Mda

Zakes Mda

Nach einem Key Knote-Vortrag von Lyonel Trouillot zum Thema „Die Zukunft der Intertextualität in einer Literatur in Bewegung“ (dem ich leider mangels ausgereifter Französischkenntnisse und Bedarf nach Pause nicht beiwohnte) und einem anschließenden Rundtischgespräch mit dem selben, Alain Ricard, Sami Tchak und Ute Fendler, ging es wieder weiter mit einer Lesung.

Die folgende Lesung fand auf Portugiesisch (José Eduardo Agualusa), Französisch (Sami Tchak) und Swahili und Englisch (Said Ahmed Mohamed) statt und webte ein Netz, dass Mauritius, Tansania, Angola, Togo, Frankreich, Portugal und Deutschland literarisch vernetzte. IMG_5930

José Eduardo Agualusa liest aus As mulheres do meu pai (dt.: Die Frauen meines Vaters)

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Prof. Said Ahmed Mohamed liest aus Mhanga nafsi yangu (links) Rémi Tchokothe übersetzt ins Englische.

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