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Ich möchte hier auch diesen Brief veröffentlichen. Vielleicht können und wollen ja einige meiner Leser_innen unterstützen – entweder finanziell und/oder durch Weiterverbreiten des Anliegens:

Liebe Freund_innen, Mitaktivitist_innen und Unterstützer_innen

viele von euch wissen, dass wir, Kwesi Aikins und Rosa Hoppe, an der Umbenennung des May-Ayim-Ufers beteiligt waren und vor kurzem unsere Erfahrungen um die politischen Vorgänge in einem Artikel veröffentlicht haben. In dem Artikel schreiben wir über historische und gegenwärtige Bedeutungen von kolonialen Straßennamen, machen auf politische und wissenschaftliche Dimensionen von postkolonialer Erinnerung aufmerksam und beleuchten dabei auch Aspekte individueller Verantwortung.
In einer Fußnote dieses Artikels verweisen wir auf eine wissenschaftliche Expertise, die zur Beibehaltung des Straßennamens Mohrenstraße in Berlin-Mitte herangezogen wurde. In diesem Zusammenhang kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung um einige im Rahmen der bezirkspolitischen Anhörung zur Umbenennung getätigte Aussagen. In der Fußnote beschrieben wir unsere Auffassung des Ausganges dieses Verfahrens. Daraufhin wurden wir verklagt.

Das Gericht hat unsere in dem Artikel dargelegten Perspektiven in zwei Punkten bestätigt. In dem dritten Klagepunkt hat das Gericht gegen uns entschieden, woraus uns Kosten von rund 2000.- Euro entstehen. So wie wir diesen Punkt bisher formuliert haben, dürfen und werden wir ihn nicht wiederholen (bei Zuwiderhandlung drohen uns bis zu 250.000 € Strafe). Uns wurde offiziell aufgezeigt, wie wir an diesem Punkt nicht formulieren dürfen, wobei wir es als Zumutung und heftige persönliche Einschränkung und Belastung empfinden, wie viel wir uns in dieser Sache seit etwa einem Jahr in Selbstzensur üben müssen.

Eine Zusammenfassung der damaligen Vorgänge, die auch Quelle unserer Fußnote war, findet ihr hier: http://www.refrat.de/huch/pdf/HUch_Rassismus.pdf
(Artikel “Wie weiß ist der Elfenbeinturm – Ein Rechtsstreit am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften der FU Berlin”)

Eure Unterstützung, die Anwesenheit von vielen bei der Gerichtsverhandlung und in der Zeit davor und danach, stärkt uns sehr und zeigt, wie groß die kritische Masse inzwischen ist, die sich in Berlin und Deutschland für eine Dekolonisierung von Erinnerung und der gesellschaftlichen Gegenwart einsetzt!

Diejenigen, die uns finanziell unterstützen können, möchten wir einladen, auf das Solikonto, das wir eingerichtet haben, zu spenden (Spendenbescheinigung möglich; Kontodaten s.u.). Wir sind für jede Summe dankbar!

Darüber hinaus kann das beklagte Buch per Emal an kontakt@unrast-verlag.de direkt beim Unrast-Verlag unter dem Stichwort “Solibestellung Rassismuswörterbuch” zum Solipreis von 29.80 Euro (zzgl. 2 Euro Versandkosten) bezogen werden, wovon 50% direkt unserem Solifonds zugute kommen.

Außerdem laden wir alle zu unserer Soli-Aktion im September ein. Im Rahmen der internationalen “Decolonize the City” Konferenz, die vom 20. bis zum 23. September in Berlin stattfinden wird, werden wir am Sonntag, den 23.9. zwischen 14 und 16 Uhr Gelegenheit haben, unseren Fall zu thematisieren, ggf. aus der Urteilsbegründung und aus Artikeln des betreffenden Buches zu lesen. Details zur Konferenz, auf der verschiedene Aspekte kolonialer Gegenwart thematisiert werden, die wir auch in unserem Artikel ansprechen, findet ihr hier: http://www.decolonizethecity.de/

Wir danken euch für die verschiedenen Formen der Unterstützung!

Viele Grüße,
Rosa und Kwesi

Diese Mail kann gerne weitergeleitet werden.
Spendenaufruf
Wer uns bei der Deckung der Prozesskosten unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto von Berlin Postkolonial e.V. tun. (Spendenbescheinung möglich!)

Empfänger: Berlin Postkolonial e.V.
Konto-Nummer: 2041219001
BLZ: 10090000
Berliner Volksbank
Verwendungszweck: “Prozesskosten”

Alle Spenden werden für die Deckung der Prozesskosten genutzt (insgesamt: € 1909,71). Falls mehr gespendet wird, als für die Prozesskostendeckung notwendig, werden die Gelder für Aktivitäten verwendet, die die Umbenennung von kolonialen Straßen vorantreiben.
Wer eine Spendenbescheinigung benötigt, kann sich wenden an: buero@berlin-postkolonial.de ( http://www.berlin-postkolonial.de )

Vielen Dank!

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2 Kommentare zu “Soliaktion für Prozesskosten Postkoloniale Straßenumbenennung

  1. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » “Rechtsstaat zieh Leine”, Widerstand, Feminismus und was heißt hier politisch korrekt? – Die Blogschau

  2. Könnte mir jemensch bitte mitteilen, um welche Fußnote genau es sich bei der Ursache der Klage handelt? Ich habe jetzt das gesamte Papier durchforscht und nichts gefunden, was Anstoß erregen könnte.

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