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In einem meiner Seminare dieses Semester beschäftigen wir uns mit Dokumentarfilmen aus Afrika. Als Einstieg hier eine ganz kurze Geschichte des Genres.

Die erste Frage, die sich natürlich eröffnet, ist die nach einer Definition für „Dokumentarfilm“, doch damit könnte man direkt Bücher füllen. Spontan würde man assozieren, dass in Dokumentarfilmen die Wahrheit abgebildet wird. Doch zum einen ist Wahrheit natürlich ein sehr unbestimmter Begriff und schon von Anfang an wurde in Dokumentarfilmen fiktionalisiert.

Als erster abendfüllende Spielfilm gilt „Nanook of the North“ aus dem Jahr 1922. In den 1920ern entstanden darüber hinaus auch eine ganze Reihe anderer Filme, die das Genre begründeteten, wie beispielsweise der sehr assoziativ gehaltene Film „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt„.

Bis in die 50er Jahre war es nicht möglich in den meisten Kolonien zu drehen. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Film, welcher oftmals als erster afrikanische Dokumenatrfilm gezählt wird, dementsprechend in Paris gedreht wurde. „Afrique sur Seine“ aus dem Jahr 1957 portraitiert das Leben afrikanischer Studierender in Paris. Und auch ein weiterer wichtiger Film aus den 50iger Jahren wurde nicht Vorort gedreht: „Les Statues Meurent Aussi„. Dieser wird manchmal auch als erster Essayfilm bezeichnet und wurde zwar nicht von Afrikanern gedreht, besticht aber mit seinem Fokus auf afrikanische Kunst und seine antikoloniale Rethorik. (Den Film werde ich nochmal einzelnd betrachten.)

Ab den 1960ern Jahr vereinfachten sich die Möglichkeiten mit Orginalton aufzunehmen und in Europa/Amerika entstand das Subgenre des direct cinema. Für Afrika aber viel entscheidener war der Wechsel zum Video in den 1990ern – dieser machte das Filmen um einiges einfacher und vor alllem günstiger und führte dazu, dass mehr und mehr Filme entstanden und sich die verschiedenen Subgenres ausdifferenzierten.

Einige dieser Filme werde ich hoffentlich in den nächsten Monaten hier präsentieren.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Film "Afrique sur Seine".
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Ein Kommentar zu “Eine kurze Geschichte des Dokumentarfilms

  1. Pingback: „Afrique sur Seine“ – Geburt des westafrikanischen Films « Afrika Wissen Schaft

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