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Heute morgen gab es mal wieder einen der typischen Hand-vor-Kopf-schlag-Momente. Diesmal lieferte Spiegel Online:

Schon der Teaser und die Bebilderung reichen eigentlich… Wer sich trotzdem den Artikel, welcher vor Exotismus und ähnlichen Anwandlungen natürlich nur so strotzt, antun möchte, der klicke bitte hier.

Leider wird immer wieder Afrika behandelt als wäre es nur ein Land, eine homogene Fläche (voller Elend und Chaos bzw. Wildtieren und Exotik). Meist geschieht dies mittlerweile eher impliziet, was es natürlich nicht besser macht (zum Teil eher noch gefährlicher, weil viel schwerer zu kritisieren), aber die wirkliche explizite Schreibweise „Lieblingsland Afrika“ ist doch erschreckend am frühen Morgen…

Dazu dann eine Bebilderung die typischer nicht hätte ausfallen können. Ich versuche mir die Suche nach passenden Bildern vorzustellen:

A: Wir haben jetzt hier so nen Text über Afrika. Tourismus und Hemingway und so.

B: Okay, dann kann ich die Waffenbilder und hungernden Menschen ja in der Schublade lassen.

A: Genau, das soll schon was schönes sein! Landschaft vielleicht!

B: Au ja, ich kenn da so ein tolles Motiv! Das ist total Afrika: Mit so nem Akazien- oder Affenbrotbaum und Sonnenuntergang.

A: Wie schöööööööön.

Über den Rest des Artikels werde ich mich jetzt nicht auslassen, das überlasse ich gern den nächsten.

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2 Kommentare zu “Das Land Afrika…

  1. Guten Abend,
    ich habe eine Frage.

    Kommt die Art Ethnozentrismus und Exotismus nicht in fast jeder Form menschlicher Gruppe vor?
    Wenn ja, warum?
    Wenn ja, würde ich mir eine Gegenüberstellung mehrerer textueller Beispiele wünschen – wer auch immer diesen Wunsch für eine Wenigkeit, wie ich es zweifellos bin, erfüllen möchte.

    Vielen Dank im Voraus

  2. Witzigerweise verlaufen Besprechungen nach meiner Erfahrung wirklich so! Ich erinnere mich z.B. an mein Praktikum bei einer TV-Produktionsfirma (!), wo in einer der Sitzungen allen Ernstes ein Satz begonnen wurde mit: „Schwarzen Frauen haben doch, wie jeder weiß, ausladende Hinterteile…“ (Nicht so schön formuliert, versteht sich).

    Auch auf mein Insistieren, dass diese Bilder doch nur von Leuten wie den am Tisch sitzenden fabriziert werden, wollte man nicht eingehen. Im Kern ging es übrigens um ein Doku-Soap-Format, wo ausnahmsweise auch mal eine schwarze Frau vorkam.

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